Schallschutz im Home Office nachrüsten: Materialien ohne Bohren
Videokonferenzen, konzentriertes Arbeiten und abendliche Serien – im Home Office prallen viele Geräusche auf nackte Wände. Der Schall hallt nach, Sprache wird schlechter verständlich, und auf Dauer leidet die Konzentration. Wer nicht zur Bohrmaschine greifen will oder darf, muss trotzdem nicht auf besseren Klang verzichten. Es gibt eine Reihe von Materialien, die sich mit Klebeband, Klettverschluss oder Magneten befestigen lassen und den Raum akustisch spürbar beruhigen. Wichtig ist, dass die Oberfläche möglichst groß und porös ist – glatte, harte Flächen reflektieren den Schall, weiche saugen ihn auf.
Am einfachsten funktionieren schwere Vorhänge aus dicht gewebtem Stoff. Sie werden an einer Klemmstange in der Fensterlaibung eingeklemmt und schlucken vor allem hohe Frequenzen. Auch Teppiche und Läufer auf harten Böden dämpfen den Hall, ebenso wie Wandbehänge aus Wolle oder Filz. Wer es moderner mag, kann auf Holzfilz-Paneele fürs Home Office zurückgreifen. Diese Elemente kombinieren eine Filzrückseite, die den Schall absorbiert, mit einer Holzoberfläche, die dem Raum eine warme Optik gibt. Viele Modelle lassen sich mit selbstklebenden Haken, Klettstreifen oder dünnen Montageklebebändern anbringen – ganz ohne Löcher in der Wand.
Für Mietwohnungen sind Klebelösungen besonders attraktiv, weil sie sich rückstandsfrei entfernen lassen. Allerdings sollte man vorher prüfen, wie stark die Klebekraft ist und ob der Untergrund (Tapete, Putz, Fliesen) die Last trägt. Akustikschaumstoffe mit Klebeband sind eine preiswerte Option für Ecken und Nischen, sie sehen jedoch weniger wohnlich aus. Eine gute Alternative sind leichte, mit Stoff überzogene Rahmen, die man mit Klettband an der Wand fixiert. Wer starke Bassträger reduzieren will, kommt um größere, dickere Absorber nicht herum – hier hilft nur Masse.
Bevor man Material kauft, lohnt ein einfacher Test: In die Hände klatschen und auf das Echo achten. Hallt es deutlich nach, sind reflexive Flächen das Problem. Schon zwei oder drei gut platzierte Absorber an gegenüberliegenden Wänden können den Klang im Home Office deutlich verbessern. Wer unsicher ist, startet mit einem schweren Vorhang und einem Teppich – das kostet wenig und lässt sich jederzeit erweitern.